# COPSOQ, Job-Stress-Analysis und OQM Health im Vergleich

> Drei Verfahren für die Beurteilung psychischer Belastung, drei Schwerpunkte: was COPSOQ, die Job-Stress-Analysis und OQM Health messen, was sie kosten und für wen OQM Health ideal ist.

- Publisher: OQM International
- Language: de
- Published: 2026-11-03
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Wer die psychische Belastung bei der Arbeit beurteilen will, stößt schnell auf mehrere Fragebögen. Drei davon begegnen Unternehmen im deutschsprachigen Raum besonders oft: der Copenhagen Psychosocial Questionnaire (COPSOQ), die Job-Stress-Analysis (JSA) von Gesundheitsförderung Schweiz und OQM Health. Alle drei sind anonyme Befragungen, und alle drei wollen gesündere Arbeit möglich machen. Sie setzen aber an verschiedenen Stellen an.

Dieser Beitrag zeigt, was die drei Verfahren messen, was Sie am Ende in der Hand haben, was sie kosten und für wen OQM Health ideal ist. Vorweg: Die Befragung ist bei allen dreien der erste Schritt der Gefährdungsbeurteilung. Wie es danach weitergeht, beschreiben wir am Ende konkret.

## Belastung und Beanspruchung: der wichtigste Unterschied

Die Arbeitswissenschaft unterscheidet zwei Dinge. **Belastung** ist alles, was bei der Arbeit von außen auf einen Menschen einwirkt: die Menge der Aufgaben, Unterbrechungen, unklare Zuständigkeiten, die Art der Führung, das Klima im Team. **Beanspruchung** ist die Wirkung auf den Menschen: Erschöpfung, Gereiztheit, das Gefühl, nicht mehr abschalten zu können.

COPSOQ und die Job-Stress-Analysis erfassen beides. OQM Health erfasst nur die Arbeitsbedingungen, also die Belastung. Das ist eine bewusste Entscheidung, und sie hat Vorteile:

* **Sie sehen Handlungsbedarf, bevor jemand erschöpft ist.** Wer Erschöpfung misst, misst, was schon passiert ist. Wer die Bedingungen misst, kann vorher eingreifen.
* **Jedes Ergebnis betrifft etwas, das Sie ändern können:** Abläufe, Aufgaben, Führung, Zusammenarbeit. Die Besprechung dreht sich um die Arbeit, nicht um das Befinden einzelner Menschen.
* **Niemand muss Angaben zur eigenen Gesundheit machen.** Gefragt wird nach der Arbeit, nicht nach Beschwerden.
* **Die Gefährdungsbeurteilung verlangt genau das:** Sie beurteilt die Arbeitsbedingungen, nicht den Gesundheitszustand der Beschäftigten.

Wenn Sie zusätzlich wissen wollen, wie stark Ihre Leute bereits beansprucht sind, liefern COPSOQ und JSA dazu Werte.

## COPSOQ: die breite Bestandsaufnahme

Der COPSOQ stammt ursprünglich aus Dänemark und wurde international weiterentwickelt; die aktuelle Fassung heißt COPSOQ III. In Deutschland bietet ihn die Freiburger Forschungsstelle für Arbeitswissenschaften (FFAW) an.

Die deutsche Standardversion umfasst 85 Fragen in 26 Skalen, etwa zu Arbeitsmenge, emotionalen Anforderungen, Einfluss auf die Arbeit, Führung, Gemeinschaft, Arbeitsumgebung und Unsicherheit des Arbeitsplatzes. Dazu kommen Fragen zur Beanspruchung wie Burnout, Gesundheitszustand und Präsentismus. Das Ausfüllen dauert etwa 20 Minuten.

Die FFAW wertet die Daten für Gruppen ab fünf Personen aus und vergleicht sie mit einer Referenzdatenbank; der Bericht kommt innerhalb von vier Wochen. Über Maßnahmen entscheidet der Betrieb. Einen Leitfaden zur Selbstanwendung gibt es nicht; die Berufsgenossenschaft BGW empfiehlt, den COPSOQ mit fachlicher Beratung einzusetzen.

**Kosten:** Der Preis richtet sich nach der Zahl der Befragten: 1.200 € bis 50 Personen, 2.410 € für 100 und 3.620 € für 200 Personen (netto, Preisliste der FFAW, gültig seit 11.03.2024).

## Job-Stress-Analysis: Stress und Ressourcen im Gleichgewicht

Die Job-Stress-Analysis ist das Befragungsinstrument von Gesundheitsförderung Schweiz und eng mit dem Label „Friendly Work Space“ verbunden. Sie fragt nach Belastungen, nach Ressourcen, also nach dem, was entlastet, und nach dem momentanen Befinden. Daraus entsteht der Job-Stress-Index, eine einzelne Zahl für den Stand der Organisation.

Die Basisbefragung dauert 12 bis 18 Minuten. Ergebnisse erscheinen in einem Ampelsystem und im Vergleich mit anderen Organisationen in der Schweiz, bis auf Teamebene ab zehn Personen. Module zu Burnout, Fairness oder Life-Domain-Balance lassen sich hinzunehmen. Jede teilnehmende Person erhält direkt danach ein persönliches Gesundheitsprofil mit Tipps, das nur sie selbst sieht.

**Kosten:** Für Organisationen bis 29 Mitarbeitende gibt es eine kostenlose Version. Ab 30 Mitarbeitenden kostet die Version „professional“ CHF 5,80 je eingeladene Person, bei 50 Personen also CHF 290 (Produktblatt Gesundheitsförderung Schweiz, April 2025).

## OQM Health: fünf Werte und ein klarer Startpunkt

OQM Health ist einfach aufgebaut. Ihre Mitarbeitenden beantworten anonym die OQM-Befragung, in 10 bis 25 Minuten am Smartphone oder PC. Das Ergebnis ordnet die Antworten nach den Bereichen der Gefährdungsbeurteilung und zeigt **fünf Werte**:

* **Kollegen:** Unterstützen sich die Menschen im Team?
* **Führung:** Gibt es Feedback, Rückhalt und Mitsprache?
* **Arbeitsorganisation:** Helfen Strukturen und Abläufe oder stehen sie im Weg?
* **Arbeitsumgebung:** Ist der Umgang fair und wertschätzend, werden Konflikte gelöst?
* **Arbeitsaufgaben:** Passen die Aufgaben zu den Fähigkeiten, sind Mittel und Informationen da?

Jeder Wert steht auf einer Skala von 0 bis 100 im Vergleich zu einer jährlich aktualisierten Norm; 50 ist der Durchschnitt. Der niedrigste Wert ist der **Minimumfaktor**: Dort fangen Sie an. Der höchste Wert zeigt, worauf Sie bauen können. Dazu kommen die zehn Fragen mit den niedrigsten und den höchsten Werten, damit Sie sehen, was genau dahintersteckt.

### Ein Beispiel aus dem Musterbericht

Im [OQM-Health-Vergleichsprofil](https://oqm-international.com/downloads/muster/de/oqm-health-vergleichsprofil.pdf) erreicht Team B diese Werte: Kollegen 62, Führung 56, Arbeitsorganisation 53, Arbeitsumgebung 66 und Arbeitsaufgaben 49. Das Team steht insgesamt solide da, mit einem gut funktionierenden Miteinander. Der Minimumfaktor sind die Arbeitsaufgaben. Bei der Aussage „Die Aufgaben, die mir übertragen werden, passen zu meinen Fähigkeiten“ liegt das Team bei 49.

Daraus folgt kein Stressabbau-Seminar, sondern eine konkrete Frage an Führung und Team: Wer macht was, und passt das zu dem, was die Einzelnen können? Mögliche Maßnahmen sind eine neue Verteilung von Aufgaben, gezielte Einarbeitung oder Schulungen. Weil das Klima gut ist (66), lässt sich das offen im Team besprechen. Nach etwa einem Jahr zeigt eine zweite Befragung im Vergleichsprofil, ob sich der Wert bewegt hat.

Wer tiefer schauen will, erstellt aus denselben Antworten das OQM-80-Profil. Es zeigt acht Faktoren wie Führung, Strukturen, Vision und Vertrauen und damit die Ursache hinter einer Belastung, ohne das Team ein zweites Mal zu befragen.

### Was OQM Health nicht abdeckt

OQM Health misst keine Beanspruchung. Arbeitsmenge und Zeitdruck erscheinen indirekt über Arbeitsorganisation und Aufgaben, nicht als eigene Skala. Arbeitszeit, Arbeitsmittel und die physische Umgebung wie Lärm, Licht oder Klima ergänzen Sie mit Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit. Die Befragung gibt es auf Deutsch und Englisch.

**Kosten:** OQM Health kostet 490 € je Profil, unabhängig davon, wie viele Personen das Profil abbildet. Ein Profil kann ein Team, eine Abteilung oder das ganze Unternehmen zeigen; es braucht mindestens fünf Personen. 50 Personen als ein Gesamtprofil kosten also 490 €. Wer vier Teams einzeln und zusätzlich das Gesamtprofil sehen will, zahlt für fünf Profile 2.450 €. Ein Vergleichsprofil kostet 290 € (netto, ohne Jahrespaket, Stand November 2026).

## Die drei Verfahren auf einen Blick

| | COPSOQ | Job-Stress-Analysis | OQM Health |
|---|---|---|---|
| Anbieter | FFAW Freiburg | Gesundheitsförderung Schweiz | OQM International |
| Schwerpunkt | Breite Bestandsaufnahme von Belastung und Beanspruchung | Verhältnis von Stress und Ressourcen | Arbeitsbedingungen mit einer klaren Priorität |
| Misst Beanspruchung (z. B. Burnout) | ja | ja | nein, nur Arbeitsbedingungen |
| Was Sie in der Hand haben | Bericht mit Werten zu 26 Skalen im Vergleich mit Referenzwerten | Ampel, Job-Stress-Index, persönliche Profile | fünf Werte, ein Minimumfaktor, die zehn niedrigsten und höchsten Fragen |
| Dauer | etwa 20 Minuten | 12 bis 18 Minuten | 10 bis 25 Minuten |
| Kleinste Gruppe | 5 Personen | 10 Personen | 5 Personen |
| Preismodell | nach Zahl der Befragten | je eingeladene Person | je Profil, unabhängig von der Zahl der Befragten |
| Preis für 50 Personen (netto) | 1.200 € | CHF 290 | 490 € als ein Profil, 2.450 € für vier Teams und Gesamtprofil |
| Besonderheit | viele Sprachen, Zusatzmodule | kostenlos bis 29 Mitarbeitende, Label „Friendly Work Space“ | Ursachen über das OQM-80-Profil aus denselben Antworten |

**OQM Health ist ideal**, wenn Sie

* ein kleines oder mittleres Unternehmen, eine soziale Einrichtung oder eine Verwaltung in Deutschland, Österreich oder der Schweiz führen und keine eigene Arbeitspsychologie haben,
* die Beurteilung psychischer Belastung zum ersten Mal oder neu aufsetzen und ein Ergebnis wollen, das Führungskräfte ohne Fachwissen verstehen,
* mit einer Priorität anfangen wollen statt mit einer langen Liste,
* auch kleine Teams ab fünf Personen einzeln sehen wollen, ohne dass der Preis mit der Zahl der Befragten steigt,
* und Gesundheit nicht getrennt von Führung, Strukturen und Zusammenarbeit betrachten wollen.

## Nach der Befragung: so geht es weiter

Eine Befragung allein ist noch keine Gefährdungsbeurteilung. Mit OQM Health sieht der Weg danach so aus:

1. **Ergebnis besprechen.** Führungskräfte und Team schauen sich den Minimumfaktor und die zehn niedrigsten Fragen an, am besten in einem Workshop mit Ihrem OQM-Berater. Im Beispiel oben: Passen die Aufgaben zu den Fähigkeiten?
2. **Zwei oder drei Maßnahmen festlegen,** jeweils mit einer verantwortlichen Person und einem Termin. Lieber wenige Maßnahmen am Engpass als viele überall.
3. **Dokumentieren.** Ergebnis, Maßnahmen und Termine halten Sie schriftlich fest. Arbeitszeit, Arbeitsmittel und die physische Umgebung ergänzen Sie mit Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit. In Deutschland bestimmt der Betriebsrat bei der Gefährdungsbeurteilung mit; beziehen Sie ihn von Anfang an ein.
4. **Wirkung prüfen.** Nach etwa einem Jahr befragen Sie erneut. Das Vergleichsprofil zeigt, ob sich die Werte bewegt haben, und Sie beginnen den nächsten Durchgang mit dem neuen Minimumfaktor.

## Das Ergebnis ansehen

Wie ein Ergebnis aussieht, zeigen das [Vergleichsprofil als Muster](https://oqm-international.com/downloads/muster/de/oqm-health-vergleichsprofil.pdf) und die Seite zu [OQM Health](https://oqm-international.com/de/oqm-health/) mit allen Informationen zur Rechtslage in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

**Quellen:** Freiburger Forschungsstelle für Arbeitswissenschaften, [Ablauf der COPSOQ-Befragung](https://www.copsoq.de/wie-laeuft-die-befragung-ab/), [Fragebogen](https://www.copsoq.de/copsoq-fragebogen/) und [Preise](https://www.copsoq.de/preise/) (abgerufen am 03.11.2026); BGW, [Verfahrensbeschreibung COPSOQ Version 3](https://www.bgw-online.de/resource/blob/22090/a0c849cf747b9863ad5f96a90e6db7ed/20230916-COPSOQ_3.pdf) (Stand 09/2023); Gesundheitsförderung Schweiz, [Produktblatt Job-Stress-Analysis](https://friendlyworkspace.ch/system/files/documents/2025-05/A4_Produkteblatt_JSA_Fokus_psyGe_2025_de_web.pdf) (April 2025); Burr H. et al., The Third Version of the Copenhagen Psychosocial Questionnaire, Safety and Health at Work 10 (2019), 482–503. Angaben zu OQM Health: OQM International, Musterberichte und Preisliste.

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