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Beschäftigte in Deutschland waren 2024 im Schnitt 20,8 Tage krankgeschrieben, so die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Bei 50 Mitarbeitenden sind das über 1.000 Tage im Jahr, in denen Arbeit liegen bleibt oder von anderen aufgefangen werden muss.

Natürlich lässt sich nicht jeder Krankheitstag vermeiden. Infekte, chronische Erkrankungen und Unfälle gehören zum Leben. Doch ein Teil der Ausfälle hat mit der Arbeit selbst zu tun: mit Belastung, die sich über Wochen aufbaut, mit Druck ohne Handlungsspielraum, mit dem Gefühl, allein dazustehen. Genau dieser Teil lässt sich beeinflussen – wenn Sie wissen, wo er entsteht.

Woran Sie merken, dass die Organisation eine Rolle spielt

  • Teams mit ähnlicher Arbeit haben auffällig unterschiedliche Krankenstände.
  • Ausfälle häufen sich nach Umstrukturierungen oder in Phasen hoher Last.
  • Wer da ist, fängt die Arbeit der anderen auf – bis auch er ausfällt.
  • Überstunden gelten als normal, Pausen als Luxus.
  • Im Alltag fallen Sätze wie „Man kommt zu nichts“ oder „Keiner fühlt sich zuständig“.

Die drei häufigsten Ursachen unter der Oberfläche

1. Führung ohne Handlungsspielraum

Belastung wird besonders dann zum Problem, wenn Menschen keinen Einfluss auf ihre Arbeit haben. Wer mitentscheiden kann, wie etwas erledigt wird, kommt mit hohen Anforderungen besser zurecht als jemand, der nur Anweisungen ausführt. OQM misst das im Faktor Bevollmächtigende Führung, zum Beispiel mit der Aussage: „Meine Führungskraft bezieht mich in wichtige Entscheidungen mit ein.“

2. Umständliche Abläufe

Unklare Zuständigkeiten, doppelte Abstimmungen und ständige Unterbrechungen kosten nicht nur Zeit, sondern Nerven. Wer jeden Tag gegen die eigenen Abläufe arbeitet, erschöpft sich an Dingen, die mit der eigentlichen Aufgabe wenig zu tun haben. Der Faktor Effektive Strukturen fragt deshalb, ob Aufgaben und Verantwortlichkeiten im Team gut koordiniert sind.

3. Fehlender Rückhalt im Team

Hohe Last ist leichter zu tragen, wenn andere mittragen. Wo jeder nur seinen Bereich sieht, bleibt die Belastung an Einzelnen hängen. Im Faktor Ganzheitliche Teams lautet eine der Fragen: „In meinem Team unterstützen wir einander aktiv, wenn es nötig ist.“

Pflicht seit 2013: psychische Belastung beurteilen

Seit 2013 verlangt § 5 des Arbeitsschutzgesetzes ausdrücklich, psychische Belastungen bei der Arbeit in der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen – und zwar ab dem ersten Beschäftigten. Wer sie nur als Formular erledigt, verschenkt die Chance, den Ursachen des Krankenstands auf die Spur zu kommen.

Mit OQM Health erfüllen Sie die Pflicht als anonyme Befragung und sehen zugleich, wo Belastung entsteht und was Sie dagegen tun können. OQM Health lässt sich als Zusatzprofil zur OQM-Befragung erstellen, auch im Vergleich über Teams und Zeitpunkte.

So finden Sie die Ursache

  1. Anonym fragen. Die OQM-Befragung umfasst 80 Fragen zu acht Faktoren und dauert pro Person etwa 10 bis 25 Minuten – ohne Fragen nach Alter oder Geschlecht.
  2. Belastung sichtbar machen. OQM Health zeigt, wo Menschen belastet sind – etwa durch Zeit- und Leistungsdruck, geringen Handlungsspielraum oder Konflikte. Zusammen mit dem OQM-80-Profil sehen Sie, ob Führung, Strukturen oder fehlendes Vertrauen dahinterstehen.
  3. Den einen Engpass angehen. Statt eines Gesundheitsprogramms mit der Gießkanne arbeiten Sie an dem Faktor, der am stärksten bremst.
  4. Nachmessen. Nach 10 bis 12 Monaten zeigt eine zweite Befragung, ob sich etwas verändert hat.

Fazit

Ein hoher Krankenstand ist selten nur Pech mit der Grippewelle. Oft zeigt er, wo die Organisation ihren Menschen zu viel abverlangt oder zu wenig zurückgibt. Wer die Ursache kennt, kann gezielt entlasten – statt allgemeine Angebote zu machen, die am eigentlichen Problem vorbeigehen.

Welche Ursachen typischerweise hinter einem hohen Krankenstand stecken, sehen Sie interaktiv im Eisberg auf unserer Ursachen-Seite. Und wenn Sie wissen wollen, welche davon bei Ihnen wirkt: Vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch.

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